Therapieansätze bei Bronchialasthma
Eine erfolgreiche Therapie bei Asthma und anderen chronischen Atemwegserkrankungen setzt neben einer vom Arzt begleiteten, medikamentösen Behandlung eine Vielzahl von ineinander greifenden Maßnahmen voraus.
Information und Schulung und Vorbeugung
Jede zielorientierte Therapie des Asthmas erfordert einen gut informierten und geschulten Patienten. Allem voran steht hier die altersentsprechende Aufklärung über das Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die Asthma begünstigen und auslösen. Der Patient muss die unterschiedlichen Medikamente für seine Behandlung kennen, um zu unterscheiden, welche der Vorbeugung dienen und welche in der Notsituation (Asthmaanfall) angewendet werden. Hierzu gehört auch eine Schulung im Gebrauch der Inhalatoren. Ein gut informierter Patient wird seine Medikamente auch regelmäßig einnehmen. Der Mediziner spricht hier auch von Compliance. Wenn man davon ausgeht, dass fast die Hälfte der Patienten ihre Medikamente unregelmäßig, nicht oder eben falsch einnehmen, wird klar wie wichtig dieser erste Schritt der Aufklärung für den Erfolg der Therapie ist. Zur Aufklärung gehört natürlich auch das Wissen um eine gesunde Lebensführung und das Abstellen gesundheitsschädlicher Gewohnheiten wie dem Rauchen. Letzteres kann man durch eines der vielen Raucherentwöhnungprogramme erreichen. Beim allergisch bedingten Asthma muss der Patient die allergieauslösenden Stoffe kennen, um diese meiden zu können. Hier kommt als therapeutische Maßnahme eine Desensibilisierung in Betracht. Auch Urlaub am Meer oder im Hochgebirge kann sich nachhaltig auf den Gesundheitszustand auswirken.
Wirksame Therapien
Asthmaverhaltentherapie (AVT)
Als nächster Schritt in der erfolgreichen Behandlung ist die AVT oder Asthmaverhaltenstherapie zu nennen. Hierbei wird anhand vieler Alltagssituationen mit den Patienten trainiert wie er sich zum Beispiel im Schwimmbad, auf dem Sportplatz oder in sonstigen Situationen verhalten muss. Zusätzlich werden Atemtechniken vorgestellt und zum Beispiel Entspannungsmethoden wie Autogenes Training erlernt, um einen Anfall zu vermeiden. Die Eigenverantwortung im Umgang mit der Erkrankung wird gestärkt und damit das Gefühl der Hilflosigkeit im Umgang mir der erkrankten Lunge gemildert.
Lungensport
Ganz wichtig ist auch die regelmäßige Teilnahme am Lungensport. Dieser hilft durch gezielte Übungen die Ausdauer zu steigern und die Bewegungsabläufe zu optimieren. Durch einen gezielten Muskelaufbau sorgt man dafür, dass Bewegungen des Alltags wie zum Beispiel Treppensteigen leichter fallen. Das Lungenvolumen wird verbessert. Vor allem wird aber auch ein Teufelskreis durchbrochen der zu Folgeerkrankungen führen kann.
Durch die Vermeidung körperlicher Anstrengungen nimmt die Atemnot zu, denn der Patient verliert seine Kondition und es kommt zur Schwächung des Herz-Kreislauf-Systems. Durch die Bewegung wir zudem das Immunsystem gestärkt. Gezielte Sporteinheiten und Bewegungskurse helfen zudem die eigenen Möglichkeiten besser einzuschätzen und dem Asthmatiker die Angst vor Sport und Spiel zu nehmen. Dies ist natürlich besonders für Kinder wichtig, damit sie nicht aufgrund ihrer chronischen Erkrankung ausgegrenzt sind vom natürlichen Alltag in Schule und Freizeit.
Sauerstofftherapie
Liegt eine Gasaustauschstörung vor, bekommt der Körper nicht ausreichend Sauerstoff. Dies kann zu Atemnot führt. Der Arzt bestimmt durch Messung der Blutgaswerte die Sauerstoffmenge, die der Patient pro Minute zuführen muss. Zu Hause werden Konzentratoren verwendet. Diese filtern den Stickstoff und erhöhen dadurch den Sauerstoffgehalt der Raumluft. Sauerstoffkonzentratoren sind mittlerweile sehr handlich geworden. Es gibt sogar schon tragbare Geräte zum Mitnehmen. Sauerstofflaschen, die sich der Patient umhängt, sorgen dafür, dass der Patient mobil bleibt. Bei diesen Sauerstoffsonden ist der Asthmatiker direkt über einen dünnen Plastikschlauch, der in der Nase angebracht wird, mit dem Sauerstoff verbunden. Eine Sauerstofftherapie sollte wenigstens 16 Stunden täglich dauern.

